Ortovox Merino Hoody: mein Neuer im Test

Geschrieben am 14. April 2011 von .

Ortovox Merino Hoody aus Merino-Fleece

Ortovox Merino Hoody aus Merino-Fleece

Ich habe ihn mir geleistet: den Ortovox Merino Hoody. Es ist das erst Produkt, dass mit dem Merino Fleece aufwarten kann. Ortovox sieht darin die Messlatte für Tragekomfort und Funktionalität.

Fast 120,- € kostet das gute Stück und ist in meinen Augen jeden Euro wert. Die Versprechen der Herstellers konnte ich bislang nicht widerlegen und bin folglich begeistert. Design: Note 1. Tragekomfort: Note 1. Funktion: Note 1. Ich könnte so weiter machen…

Meine gesammelten Eindrücke habe ich in diesem Artikel und Test zusammengefasst.


Der erste Eindruck des Merino Hoody

Ortovox Merino Hoody

Ortovox Merino Hoody

Der Merino Hoody von Ortovox zählt zu den Teilen, die man auspackt und unbedingt gleich anziehen möchte. Er wirkt sportlich und technisch, was wohl vor allem durch eine Reihe von Eigenschaften geprägt wird:

  • einige Nähe sowie die schmalen Bündchen und Säume sind in Kontrastfarbe gearbeitet
  • die Napoleontasche auf der Brust ist auflaminiert und die einizige Tasche überhaupt
  • der Kragen ist hoch geschnitten wie z.B. bei guten Hardshelljacken
  • sportlich-technischer und körperbetonter Schnitt
Daumenlöcher

Daumenlöcher

Außerdem fallen die Daumenlöcher in den langen Ärmel auf. Beim ersten Kontakt stellt man fest, dass ein dehnbares Stretchmaterial verarbeitet wurde. Und dass die Innenseite angenehm aufgeraut ist. Wie ich finde auf den ersten Blick ein wirklicher Leckerbissen.

Des es auch andere so empfinden zeigen die zahlreichen Reaktionen. Ich hatte den Merino Hoody bereits einige Tage im Büro und in der Freizeit an. Regelmäßig wurde ich von Leute auf den Hoody angesprochen. Die Aufmerksamkeit ist damit schnell geweckt und das Interesse groß.

Das Material: Ortovox Merino-Synthetik-Mix

Merino inside ?!

Merino inside ?!

Selbstbewusst hat Ortovox „Merino inside“ auf den Ärmel geschrieben (A.d.R.: das offizielle Bild von Ortovox und bei den Händlern stimmt nicht mit meinem Hoody überein – ich habe nebenstehende Signet auf dem Ärmel.). Wer darauß schließt, dass man in (fast) 100% Merinowolle reinschlupft, liegt leider falsch. Vielmehr wurde wie bei einige Ortovox Kollektionen üblich auf einen Mix aus Merino- und Synthetik-Fasern gesetzt.

Ortovox Merino Hoody: Material-Zusamensetzung

Materialzusamensetzung

Gerade mal ein gutes Viertel (genauer 27%) macht der Merinoanteil aus. Der Rest ist weitgehend Polyester (69%) wie es auch in anderen Fleecejacken verwendet wird. Zudem wurde 4% Elastan in den Stoff eingewebt. Damit ist das Material des Merino Hoody dehnbar.

Jedoch hat Ortovox den Merinoanteil nicht durch das komplette Gewebe hindurch gleichmäßig verteilt. Die aufgeraute Innenseite präsentiert sich mit 100% Merinowolle. Damit liegt auf der Haut eine Merinoschicht, bevor die Kunstfasern folgen. Das verleiht dem Merino Hoody (oder müsst es besser Merino-innen-Synthetik-außen Hoody heißen?) maximalen Tragekomfort – ich persönlich bin davon begeistert: kein kratzen, kein jucken, kein Schweißgefühl,…Merino halt.

Ortovox selbst beschreibt das Material wie folgt:

Abschluss des Reißverschluss

Abschluss des Reißverschluss

Merino Fleece steht für die Revolution der Merinowolle. Wir kombinieren eine Außenhaut aus Polyester mit 100% Merinowolle auf der Innenseite. Die Merinowolle wird direkt mit der Außenhaut verwebt und aufgebrusht. Das Resultat ist ein unglaublich stretchiges, widerstandsfähiges und enorm atmungsaktives Produkt.

Schnitt und Verarbeitung des Ortovox Merino Hoody

Der Merino Hoody fällt in meinen Augen eher klein aus. Ich trage sonst S bis M – in diesem Fall war es eindeutlich, dass ich M benötige. Alles weitere wäre Presswurst gewesen :-). Der Ortovox Hoody ist körperbetont geschnitten.

Die Kapuze ist oben eher kurz geschnitten – erlaubt aber stets freies Blickfeld nach links und rechts. Einen Helm bekommt man in die Kaputze nicht hinein.

Positiv aufgefallen ist mir, dass die Merinojacke am Rücken deutlich länger geschnitten ist. Bei bislang keiner Gelegenheit hat es mir am Rücken oder Hinter gezogen – gekonnt umgesetzt und ein kleiner Bonus für den Merino Hoody.

Sollte jemand noch Fragen zum Schnitt des Ortovox Merino Hoody haben, kann er diese gerne in den Kommentaren hinterlassen. Ich werde darauf antworten…

Praxitauglichkeit des Merino Hoody

Die Praxistauglichkeit des Ortovox Luxus-Hoodys wird wohl durch die folgenden Punkt ganz gut beschrieben:

  • Flachnähte (innen)

    Flachnähte (innen)

    Das ganze Hoody ist als flache Zwischenschicht konzipiert und erfolgreich umgesetzt. Als wärmende Zwischenschicht unter einer Softshell- oder Hardshell-Regenjacke hat sich das Merino Hoody bereits bewährt: sehr angenehm zu tragen ohne Michelin-Männchen-Optik.

  • Es wurde auf Nähte auf den Schultern verzichtet, was sich beim tragen von Rucksäcken postiv bemerkbar macht.
  • Die Atmungsaktivität kann ich zwar nicht messen – es scheint mir jedoch, dass sich Feuchtigkeit nicht darunter staut. Dazu trägt natürlich auch die Merino-Innenseite bei, die im Vergleich zu Kunstfasern oder Baumwolle weitaus mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann ohne feucht zu wirken.
  • Über die Sinnhaftigkeit eine Kapuze kann man sich streiten – wird sie nicht aufgesetzt und über dem Merino Hoody noch eine Lage getragen, muss diese halt irgendwo hin gestopft werden. Bei nur Hoody und Rucksack ist es jedoch keinerlei Problem, da die Kapuze vergleichsweise wenig Volumen hat.
  • Die Brusttasche

    Die Brusttasche

    Die kleine Napoleontasche auf der Brust ist klein und sehr flach – das Material ist aber sehr dünn und dehnt. Nachteil: es passt nicht viel hinein – aber für ein iPhone reicht es gerade gut aus. Vorteil dagegen: so trägt die Tasche so wenig auf, dass auch ein darüber laufenden Rucksackträger kein Problem darstellt.

Weitere Bilder der Ortovox Merino-Fleecejacke

Detailbilder

Detailbilder

Wer weitere Bilder vom Ortovox Merino Hoody sehen will, kann dies auf meinem gerade im Aufbau befindlichen Projekt für Detailbilder tun. Diese Bilder dürfen von anderen Bloggern gerne unter Angabe der Quelle und einem Backlink verwendet werden…

Mein Fazit zum Merino Hoody von Ortovox

Ortovox Icon

Ortovox Icon

Wie eingangs gesagt: der Ortovox Merino Hoody erhält von mir Bestnoten auf ganzer Linie. Einzig über die Kapuze könnte man geteilter Meinung sein, denn diese ist Geschmackssache. Ansonsten ist das Kleidungsstück sowohl optisch überzeugend als auch hochwertig verarbeitet. So man weiß, dass man nur auf der Innenseite Merino vorfinden wird, ist auch das Material vom Feinsten. Ich für meinen Teil sage: ich gebe meinen Merino Hoody nicht mehr her – weder für Touren noch für den Alltag. Ortovox: Daumen hoch für dieses Teil!

Bezugsquellen: Ortovox Merino-Fleecejacke kaufen

Wer auch einen Merino Hoody von Ortovox anschaffen möchte, dem empfehle ich die Bergfreunde. Die Truppe des Onlineshops ist bekannt für schnellen (und in diesem Fall kostenlosen) Versand und gutem Service. Der Hoody kostet dort aktuell 119,95€ – was dem UVP des Herstellers entspricht.


Kommentare zum Artikel "Ortovox Merino Hoody: mein Neuer im Test" (7)

 

  1. Michael sagt:

    Hi, danke für den schönen Testbericht.
    Da ich auf der Suche bin nach einer Alternative zu meiner Woolpower-Merino-Jacke (für leichtes Wandern und Büro), bin ich auf das Produkt gestoßen. Ich finde den Hoody prinzipiell interessant, teile aber die hier schon geäußerten Bedenken zwecks müffeln. Die 100-Prozent-Merinojacke habe ich bei leichter Belastung quasi wochenlang tragen können, ohne dass sie im geringsten gestunken hat.

    Gibt es hier mittlerweile weitere Langzeiterfahrungen?
    Danke!

    • Hallo Michael,
      ja, ich habe den Hoody jetzt schon viele Monate und er gehört weiterhin und immer mehr zu meinen Lieblingsteilen. Auch nach zahlreichen Waschgängen ist er nicht aus der Form geraden und das Pilling hält sich sehr sehr in Grenzen. Was mich zusehens überzeugt ist die gigantische Wärmeleistung.
      Bzgl. der Geruchsentwicklung: ja, ich habe ebenfalls sehr positive Erfahrungen gemacht und muss sagen, dass auch dieses Mischgewebe einen fast so performanten Eindruck hinterlässt. Ich selbst trage bei aktiver Verwendung allerdings ohnehin immer noch einen Merino-Base-Layer drunter, der viel vom Schweiß aufnimmt.
      Gruß,
      Sebastian

  2. remosito sagt:

    Hallo Sebastian,

    bin am hin und her gerissen zwischen dem Fleece Hoody und der Merino 320er Jacke. Die 320 ist sicher viel wärmer, hat mehr Wollanteil aber leider keine Kapuze.

    Hingegen traue ich dem Fleece Hoody mit seinem nur knappen Viertel Merinoanteil nicht so sehr was Geruchsbildung angeht.

    Haste mit dem schon mal Wochentrecks gemacht mit jeden Tag dauernd tragen. Viel schwitzen und nie Zeit zum waschen/auslüften? Ich habe dieses Jahr 2 solche Trecks gemacht mit zwei dünnen 100% Merino Shirts als 1. Schicht, dann ein normaler Fleece drüber als 2. Schicht. Am Ende waren die Merino Shirts die ich ja drunter anhate noch immer okay und den Fleece konnte ich aufhängen zum Fliegen und Mücken töten… 😉

    • Hallo Romosito,

      ich habe den Hoody bereits auf einer vier Tage langen Tour getragen – darunter i.d.R. nur eine Lage Icebreaker Merino oder eine synthetische Funktionswäsche (Dynafit). Der Merino Hoody hat nicht gemüffelt – das allerdings habe ich so erwartet.

      Eine 320er Grammatur wäre mir persönlich zu warm. Ich selbst bin eher davon überzeugt mehrere Schichten zu kombinieren, da dies flexibler ist. Und es hindert mich ja niemand daran einen Baselayer, zwei Midlayer und eine Außenschicht zu kombinieren. Oder einen kurzärmligen Baselayer aus Merino, darüber einen langärmligen Baselayer, darüber ein warmes Fleece zu packen und darüber ggf. sogar noch eine Softshell zu legen. Aber ich bin extrem flexibel.
      320er wären mir wohl in mind 95% der Fäll zu warm…sobald man aktiv ist braucht man weniger Isolation als man denkt.

      Ich hoffe ein wenig weitergeholfen zu haben,
      Sebastian

  3. Jonas sagt:

    Vielen Dank schon mal für deine Antwort.

  4. Hallo Jonas,

    leider habe ich keine Angabe, wie dick der Hoody ist. Ausgelegt ist er als Mid-Layer – sollte also ungefähr 300g/qm haben.

    Jedoch würde ein Vergleich mit anderen Merinos vermutlich etwas hinken – hier wurde ja eine Material-Kombi verwendet, die folglich andere Isolationsswerte als die Reinform mit sich bringen sollte/könnte.

    Gefühlt ist die Jacke recht warm und reicht auch an lauen bis frischen Frühlingstagen aus.

    Gerne will ich versuchen das Teil in den nächsten Tagen nochmal zu wiegen – hoffe das klappt mit den mir zur Verfügung stehenden Geräten… Ich melde mich dann wieder.

    Gruß,
    Sebastian

  5. Jonas sagt:

    Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Könntest du mir vielleicht noch den kleinen Gefallen tun und das gute Stück mal wiegen beziehungsweise die Materialstärke in Beziehung zu anderen Merino- oder Fleecestärken setzen?

    Schon einmal vielen Dank.

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