Nikon bringt 200-400m f/4 Objektiv

Geschrieben am 4. Mai 2010 von Sebastian Staendecke.

Nikkor 200-400mm | Bild: nikon.de

Nikkor 200-400mm | Bild: nikon.de

Mit dem “AF-S Nikkor 200-400mm f/4G ED VR II” hat Nikon ein neues Teleobjektiv vorgestellt. Bei einer derartigen Brennweite ist das Supertele-Zoomobjektiv so ausgestattet, dass man die Berge ganz nah zu sich herholen kann. Ob es damit automatisch auch ein passendes Objektiv für die Bergfotografie oder der Outdoorfotografie im Allgemeinen ist, möchte ich kurz hinterfragen.

Technische Daten zum AF-S Nikkor 200-400mm

Das neue Supertele kommt mit einer wirklich ansehnlichen Ausstattung, die durch die folgenden Eckpunkte ganz gut skiziiert werden kann:

  • Lichtstärke: durchgängig 1:4
  • Brennweite (FX bzw. Kleinbild): 200-400 mm Brennweite
  • an einer DX-Kamera entspricht der Bildwinkel einem 300-600-mm-Zoom bei Kleinbild
  • Blickwinkel: 12°20´- 6°10´ (8°- 4° im Nikon DX-Format)
  • neuste Generation des Bildstabilisators von Nikon (VR II) mit den beiden Modi »Normal« und »Active«. Laut Nikon ermöglicht dieser um bis zu vier Stufen längere Verschlusszeiten.
  • Nanokristallvergütung auf der Frontlinse, die Probleme und Qualitätseinbußen durch Streulicht minimiert
  • Insgesamt 24 Linsen in 17 Gruppen, davon vier ED-Glas-Linsen sowie einige Linsen mit Nanokristallvergütung
  • ein abnehmbares Schutzglas
  • Drei Fokusmodi: M/A (Autofokus mit Option manuellem Eingreifens, MF hat Vorrang), M (manuelle Fokussierung) und A/M (Autofokus mit Option manuellem Eingreifens, AF hat Vorrang – vermeidet versehentliche Deaktivierung des Autofokus)
  • Gewicht: 3,36 kg
  • Abmessungen: ca. 124 mm Durchmesser und 36,6 cm (ab Objektivauflage bis Schutzglas)
  • Filterdurchmesser: 52 mm
  • Naheinstellgrenze: 2 m im AF-Modus; 1,95 m im MF-Modus.
  • neu ist auch ein schnellerer Silent-Wave-Motor (SWM), der natürlich auch sehr leise arbeitet

An Zubehör legt Nikon bei jedem Objektiv folgendes hinzu:

  • vorderer und hinterer Objektivdeckel
  • Objektivabdeckung  HK-30
  • Tasche CL-L2 (mit Spezial-Innenfutter)
  • spezieller Einschub-Filterhalter
  • 52-mm-NC-Einschraubfilter
  • spezielles Schutzglas (an das Objektiv angesetzt)
  • spezielle Tasche für das Schutzglas
  • Trageriemen LN-1
  • Transport- und Aufbewahrungstasche

Nikon-Qualität auf hohem Niveau

Der Vorgänger dieses Objektivs, das AF-S Nikkor 200-400mm f/4G ED VR hat bereits viele Fotografen überzeugt. Kein Wunder, denn es bietet überzeugende Bildqualität und ein solides Handling sowie Verarbeitung. Es ist zu erwarten, dass die Abbildungsleistung des Nachfolgeobjektives nicht hinter denen des Vorgängers zurückbleibt.

Gewicht des 200-400mm Nikon Objektivs

Ein Manko bringt ein Kommentator unter dem Artikel bei Golem gut zum Ausdruck:

Das Ding ist so auch ein Trum und zur Not auch als Schlagwaffe gegen anstürmende Raubtiere jedweder Grössenordnung zu gebrauchen.

Will heißen: das neue Gerät von Nikon ist nicht gerade handlich und wird in jedem Tourenrucksack mehr Platz als die Outdoorküche einnehmen. Ein Umstand, der es wenn dann zu einem Begleiter von Tagestouren werden lässt – oder extrem Fotoverrückten Packeseln. Für viele wird das Gewicht von immerhin 3,36 kg jedoch ein starker Wehrmutstropfen sein.

Weitere Nachteile des AF-S Nikkor 200-400mm

  • Ein solches Nikon-Objektiv-Flagschiff hat natürlich seinen Preis. Zugegeben ist dieser wie bei Nikon üblich nicht gerade ein Preisgrounder. Der empfohlene Verkaufspreis liegt bei über 7000,- €.
  • Für alle, die es eilig haben, ist zudem noch Geduld angesagt. Das Objektiv soll es ab Ende Mai geben.
  • Es ist nicht für die in der Outdoor-Fotografie doch noch üblichen DX-Sensoren optimiert, sondern für einen Einsatz an Nikon-FX-Kameras ausgelegt.

Mein Fazit in wenigen Worten

Das Objektiv wird für viele Outdoorfotografen in der Kategorie “Wünsche, die man nicht unbedingt erfüllt bekommen muss” bleiben. Zwar würde sicher die Mehrheit gerne durch ein solches Objektiv blicken und knipsen. Jedoch möchten nur wenige das recht sperrige und schwere Monster den Berg hoch schleifen…so sie es sich finanziell gesehen leisten könnten oder wollten.

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