Kompakte Outdoor-Kamera: Gedanken zum Kauf (Teil 1)

Geschrieben am 6. Juli 2010 von Sebastian Staendecke. Dieser Artikel ist ein(e) Kaufberatung.

Aktuell überlege ich mir als Ergänzung zu meiner digitalen Spiegelreflex Ausrüstung noch eine kleine kompakte Digicam zu beschaffen.

Gründe für eine ergänzende (Outdoor) Kompaktkamera

Die Überlegungen, warum eine solche ergänzende Anschaffung Sinn macht, möchte ich kurz wiedergeben:

  • nicht immer möchte oder kann ich auch Gewichtsgründen die DSLR-Ausrüstung mitführen
  • eine Kompakte kann als Ersatzkamera mitgeführt werden – um zumindest irgendwas in der Hinterhand zu haben
  • eine Outdoor-Kompaktkamera ist in der Regel leicht zu bedienen – bin hin zur Einhandbedienung
  • aktuelle digitale Kompaktkameras haben die Möglichkeit Videos aufzunehmen
  • die Zugriffszeiten (Zeit zwischen “Oh das wäre ein Motiv” und “Klick”) sind teilweise geringer, da die DSLR im Rucksack transportiert werden muss, die Kompakte aber in der Jacktentasche oder ähnliches
  • zudem kann man mit einer kompakten Kamera auch unauffälliger und unbemerkter fotografieren, was mitunter Vorteile bringt

Diese Punkte zeigen, dass es in manchen Situationen von Vorteil sein kann, eben auch eine digitale Kompaktkamera zu besitzen. Darüber hinaus kann natürlich jeder für sich genommen einige weitere Punkte finden, die ihm eine solche Anschaffung sinnvoll erscheinen lassen.

Meine Anwendungsbereiche einer Digicam – muss es Outdoor sein?

Es gibt zwei Möglichkeiten eine Digiknipse zu besorgen: Variante 1 beinhaltet einen ahnungslosen Besuch in einem Unterhaltungselektronik-(Fach)markt bei dem man von einem (eventuell ähnlich ahnungslosen) Mitarbeiter zwei oder drei Kameras vorgeschlagen bekommt und sich dann auf Grund einiger auf dem Karton aufgedruckter Fachwörter und Werte für das Modell mit dem mittleren Preis entscheidet. Irgendwie nicht immer so ganz erfolgsversprechend – und wenn dann nur zufällig.

Variante Nummer 2 geht anders vor: man überlegt sich, was man denn unternehmen möchte und für was man die Kamera dann braucht. Darauf aufbauend kann man dann einige Anforderungen an die Kamera erkennen und sich auf die Suche nach der optimalen Kamera oder mindestens einem soliden Kompromiss. Ich habe den Anspruch eben diesen Weg zu gehen.

Da ich bereits über eine passable DSLR-Ausrüstung verfüge (Nikon D200 + Objektive), stellt sich für mich die Frage, wann ich diese nicht am Mann habe und evtl. auch noch warum. Weiterhin habe ich mir die Frage zu stellen, ob in diesen Situationen eine der aktuell anzutreffenden Outdoorkameras notwendig ist. Hier das Ergebnis meiner kleinen Analyse:

  • bei einer kleiner Tour durch Tübingen oder sonst etwas unterwegs, wenn ich eigentlich nicht fotografien gehe aber dann doch einmal einen Moment einfrieren oder eine Impression festhalten möchte
    Analyse Outdoor: praktisch ist eine robuste Kompaktkamera schon, da diese auch einmal ohne Schutz in der Jackentasche herumfliegen kann. Outdoor erfüllt das – einige andere jedoch auch weitgehend.
  • auf einer Bergtour, wenn neben der ganzen Outdoor- und Kletterausrüstung einfach kein Platz oder keine Gewichtskapazitäten mehr vorhanden sind. Für Schnappschüsse ist es dabei gut, diese beispielsweise am Gurt tragen zu können – schnelle Zugriffszeiten werden so ermöglicht. Die exponierte Transportstelle erhöht aber die Gefahr starker Schläge
    Analyse Outdoor: die robuste Bauweise erlaubt einen einfachen Transport in einer kleinen Tasche an Rucksackträgern oder Klettergurt. Ein derber Ruck oder heftiger Schlag hält dabei vor allem eine Outdoorkamera aus – hier wird es für viele andere schon dünn.
  • Backup meines DSLR-Setups auf gemäßigten Outdoor-Fototouren
    Analyse Outdoor: Die Kamera kann hierbei solide verpackt im Rucksack liegen und muss nicht überdurchschnittlich robust sein. Ergo: keine Outdoor-Kamera nötig.
  • Eine kleine, die immer auf meinem Bürotisch bei den Bergfreunden liegen kann um im Bedarfsfall fix ein paar Aufnahmen machen zu können (z.B. für das Basislager).
    Analyse Outdoor: nur weil es ein Outdoor- und Kletterhändler ist, muss die Kamera hier nicht aus der Sparte Outdoor sein. Die größte Gefahr ist entweder herunter gefegt zu werden oder aber im Kaffee zu ersaufen…nun, evtl. ist im Büroalltag doch die Outdoorkamera geeigneter ;-)
  • Einsatz auf einer privaten Feier oder Party, wenn ich nicht die wertvolle DSLR-Ausrüstung mitnehmen möchte.
    Analyse Outdoor:
    Diese Einsätze hat meine alte Kompakt-Knispe immer gut überlebt…allerdings wäre einem eine wirklich robuste Kamera dort oftmals lieber.
  • Es gibt Momente, in denen ist ein Spiegelreflex-Kamera ziemlich unpraktisch. Denn es ist quasi nicht möglich unbemerkt zu fotografieren…es fällt einfach auf, wenn das halbe Gesicht hinter einer breiten Linse verschwindet. Das führt dazu, dass die fotografierten sich verändern (weil sie sich beobachtet fühlen). Außerdem sieht man fix sehr professionell aus – was bei mir schon einmal dazu führte, dass ich in einem Laden mit dem Geschäftsführer sprechen musst – nachdem ich ein perspektivisch interessantes Fluchtwegschild ablichtete.
    Analyse Outdoor: Einzige Anforderung hierbei ist eine kleine Kamera, die einfach zu bedienen ist. Dafür braucht man sicher keine Outdoor-Kompaktkamera.

Diese Liste könnte man noch weiter ausbauen – Kommentare dazu sind herzlich willkommen. Ich möchte es aber dabei belassen. Das nächste Schritt wäre es nun zu überlegen welche Anforderungen die Anwendungsbereiche an die Kamera stellen und was ich dazu evtl. noch haben möchte. Doch dazu werde ich einen eigenen Beitrag verfassen.

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